Die Neumayer Tekfor Gruppe aus Offenburg im Schwarzwald, weitet ihr globales Geschäft durch die Eröffnung neuer Standorte in außereuropäischen Märkte aus. Im Zentrum des Ausbaus stehen dabei die Länder Japan und Mexiko. Basis dieser neuen Aktivitäten ist nach Angaben des Umformspezialisten die gesunde wirtschaftliche Lage des Unternehmens. Eine im Jahre 2009 durchgeführte Refinanzierung brachte dem Zulieferer neues Kapital und erhöhte signifikant die Eigenkapitalquote. Der Auftragsbestand liegt zum Jahresbeginn deutlich über den Planungen.
Zum 13. Januar 2010 gründete Neumayer Tekfor in Japan die Neumayer Tekfor Japan. Das Tochterunternehmen bietet den japanischen Automobilherstellern Vertriebs- und Engineering-Dienstleistungen an. Ein speziell in Deutschland angesiedeltes Japan-Team bearbeitet zurzeit sechs Projekte dieser Art. In Japan hatte Neumayer Tekfor bereits im Juni 2008 eine Repräsentanz im Großraum Tokio eröffnet, um den Kontakt zu den japanischen Automobilherstellern zu intensivieren.
Aktivitäten in Pune werden geprüft
Die Erweiterung in Ostasien wird flankiert durch das Büro in Seoul/Südkorea, das Neumayer Tekfor im Jahr 2009 eingerichtet hat, um die koreanischen Automobilhersteller besser ansprechen zu können. Asiatische Fertigungskapazitäten stehen für Neumayer Tekfor bereits an einem Standort in Neu-Delhi in Indien zur Verfügung, weitere Flächen werden zurzeit in Pune geprüft.
In Irapuato, im mexikanischen Bundesstaat Guanajuato, beginnt Neumayer Tekfor im Februar 2010 mit der Fertigung in einer neu eingerichteten Fabrik. Hergestellt werden hier Teile, die einem in der Region ansässigen europäischen Wälzlager-Hersteller zugeliefert werden. Dazu wurde am 26. Januar 2010 das Tochterunternehmen Tekfor Mexico gegründet, das zuerst mit der Prototypenfertigung beginnt und ab der zweiten Jahreshälfte 2010 die Serienfertigung starten wird. Im Jahre 2015 sollen hier rund 300 Mitarbeiter tätig sein.
Eine schwarze Null für 2009
Ulrich Mehlmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Neumayer Tekfor Holding, ist für das Jahr 2010 zuversichtlich: "Der vorläufige Jahresabschluss 2009 weist trotz krisenbedingten Umsatzrückgangs einen positiven EBITDA-Wert als Ergebnis aus, den wir als schwarze Null bezeichnen können. Unser Auftragsbestand liegt im ersten Quartal 2010 bereits wieder 41 Prozent über dem Vorjahr und 21 Prozent über unseren Planungen.“ Da das Unternehmen vornehmlich im gehobenen Pkw-Segment und bei Nutzfahrzeugen zuliefere, habe es auch von der so genannten Abwrackprämie nicht profitiert, was Mehlmann nun als Vorteil wertet: "So haben wir unter dem Auslaufen der Regelung nicht zu leiden.“
Da viele Wettbewerber auf dem Gebiet der Umformtechnik das Krisenjahr 2009 weniger gut überstanden hätten und einige nicht mehr auf dem Markt seien, sieht Mehlmann gute Chancen für Umsatzwachstum und vor allem einen höheren Marktanteil weltweit: "Darauf bereiten wir uns mit einer erweiterten Präsenz vor. Wir bieten globale Lösungen für globale Kunden.“
Weltweit zehn Werke und 2600 Mitarbeiter
Die Neumayer Tekfor Gruppe entwickelt und fertigt in insgesamt zehn Werken in Deutschland, Italien, USA, Brasilien und Indien mit rund 2600 Mitarbeitern anspruchsvolle Komponenten und Lösungen der Umformtechnik für Getriebe, Motoren, Antriebsstränge und automobile Spezialanwendungen.